Die zur Zeit (2004) gängigsten Brandmelder sind die optischen
bzw. photoelektrischen Rauchmelder. Diese arbeiten nach dem
Streulichtverfahren (Tyndall-Effekt):
Klare Luft
reflektiert praktisch kein Licht. Befinden sich aber Rauchpartikel in
der Luft und somit in der optischen Kammer (1) des Rauchmelders,
so wird ein von einer
Infrarot-
Leuchtdiode (LED, 5) ausgesandter Prüf-Lichtstrahl an den
Rauchpartikeln
gestreut. Ein Teil dieses Streulichtes fällt dann auf einen
lichtempfindlichen
Sensor
(Fotodiode,
4), der nicht direkt vom Lichtstrahl beleuchtet wird, und der
Rauchmelder spricht an. Ohne (Rauch-) Partikel in der Luft kann der
Prüf-Lichtstrahl die Fotodiode nicht erreichen, die Beleuchtung des
Sensors durch von den Gehäusewänden reflektiertes Licht der Leuchtdiode
oder von außen eindringendes Fremdlicht wird durch das Labyrinth
aus schwarzem, nicht reflektierendem Material verhindert. Optische
Rauchmelder werden bevorzugt angewendet, wenn mit vorwiegend kaltem
Rauch bei Brandausbruch (Schwelbrand)
zu rechnen ist.
Bei einem Lasermelder wird statt einer einfachen
Leuchtdiode (LED) mit einer sehr hellen
Laserdiode gearbeitet. Dieses System erkennt schon geringste
Partikel-Einstreuungen.
Werbung:
Ionisationsrauchmelder
Alternativ werden auch so genannte
Ionisationsrauchmelder eingesetzt. Diese arbeiten mit einem
radioaktiven Strahler, meist 241Am,
und können unsichtbare, das heißt kaum reflektierende, Rauchpartikel
erkennen. Im Normalzustand erzeugen die
Alphastrahlen der radioaktiven Quelle zwischen zwei geladenen
Metallplatten in der Luft
Ionen, so dass Strom zwischen den Platten fließen kann. Wenn
Rauchpartikel zwischen die Platten gelangen, fangen diese einen Teil der
Ionen durch elektrostatische Anziehung ein, wodurch die Leitfähigkeit
der Luft verringert und somit der Strom kleiner wird. Bei Verringerung
des Stromflusses schlägt der Ionisationsmelder Alarm.
Aufgrund der
Radioaktivität werden Ionisationsrauchmelder allerdings nur noch in
Sonderfällen eingesetzt, da die Auflagen sehr streng sind. Das
Gefährdungspotenzial eines einzelnen Melders ist bei bestimmungsgemäßem
Gebrauch und Entsorgung jedoch gering. Im Normalfall sind die
Ionisationsmelder aufgrund ihrer geringen Aktivität vollkommen
ungefährlich. Im Brandfall muss aber der Brandschutt nach verschollenen
Brandmeldern abgesucht werden. Wenn nicht alle Melder gefunden werden,
muss der gesamte Brandschutt nach den
Strahlenschutzverordnungen (zumindest im
EU-Raum) als
Sondermüll entsorgt werden, was auch zu erheblichen Mehrkosten nach
einem Einsatz der
Feuerwehr führt. Das Suchen der Melder ist aber nicht immer sehr
einfach. Mit
Geigerzählern hat man kaum eine Chance, sie unter einer Schicht mit
einer Dicke von einigen Zentimetern zu finden. Daher ist es meist
besser, man sucht das Gelände entsprechend dem
Brandschutzplan visuell nach dem vermissten Melder ab.
Am weitesten verbreitet sind Ionisationsrauchmelder in
Angloamerika, dort dürfen sie über den
Hausmüll entsorgt werden.
Vergleich der Rauchmelder
Ionisationsmelder reagieren besonders empfindlich auf kleine
Rauch-Partikel,
wie sie vorzugsweise bei
flammenden
Bränden,
aber auch in
Dieselruß, auftreten. Im Gegensatz dazu sind optische Rauchmelder
besser zum frühzeitigen Erkennen von
Schwelbränden mit relativ großen und hellen Rauchpartikeln geeignet.
Das Detektionsverhalten beider Meldertypen ist daher eher als einander
ergänzend zu betrachten. Ein eindeutiger Vorteil bezüglich Sicherheit
vor
Fehlalarmen (durch
Wasserdampf, Küchendämpfe, Zigarettenrauch, etc.) kann für keinen
dieser Meldertypen ausgemacht werden.
Für den Einsatz als Rauchwarnmelder in Schlaf- und Kinderzimmern, in
denen man eher mit sich langsam ausbreitenden Schwelbränden rechnet, ist
jedoch ein optischer Rauchmelder vorzuziehen. Eine häufige Brandursache
ist hier zum Beispiel der im Bett einschlafende
Raucher.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel
Rauchmelder
aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und
steht unter der GNU-Lizenz
für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste
der Autoren verfügbar.